Die Bohne

 

Bohnen aus Nordchina

Natürlich fragen uns viele Kunden nach der Herkunft unserer Bohnen. Sojaanbau ist ein großes Thema - in den Medien, an deutschen Esstischen, an der Ladentheke. Häufig verknüpft mit viel Negativem wie Regenwaldabholzung, Pestizideinsatz, Gentechnik, großflächigen Monokulturen. Um das zu vermeiden, scheint vielen konsumbewussten Käufern der europäische Anbau die Lösung zu sein.

Doch das ist nicht der einzige Weg.

Ein paar Hintergrundinformationen dazu. Soja wurde bis zum Ende des 18. Jahrhunderts ausschließlich in China, der Mandschurei, Korea und Japan angebaut. Und das schon seit vorchristlichen Zeiten. Erst im 20. Jahrhundert stiegen die USA, Argentinien und Brasilien in den Anbau ein und entwickelten sich mit viel technischer Schlagkraft und Chemieeinsatz zu den größten Produzenten. Mittlerweile steht China als Ursprungsland nur noch auf Platz 4 der Rangliste. Europa hat in den letzten Jahrzehnten zwar auch Anbauflächen dazugewonnen, weist aber klimatisch bedingt große Nachteile gegenüber den anderen Anbauländern auf. Folgen sind ein tendenziell geringerer Proteingehalt und starke witterungsbedingte Qualitätsschwankungen.
Wir kennen diese Probleme aus eigener Erfahrung.

Bohnen aus China - besser als ihr Ruf

Unser langjähriger Bio-Großhändler hat bereits Mitte der 90er Jahre begonnen, Bio-Kooperativen im Nordosten von China aufzubauen. Mittlerweile sind sechs Bio-Projekte etabliert. Damit verbunden sind bis heute regelmäßige Feldbegehungen und Kontrollen vor Ort. Die Rückverfolgbarkeit bis zum Feld und zum Bauern ist durch ausgefeilte QM-Systeme garantiert. Eine Analyse auf Pestizide, Cadmium und gentechnische Veränderung sowie den Proteingehalt gehören zum Standard. Die Bauern bauen ausschließlich ökologisch an. Es gibt keine Vermischung mit konventioneller Anbauweise. Wichtig ist uns auch, dass das Saatgut aus dem Anbau vor Ort stammt. Die Bohnen sind dadurch besonders an den Standort angepasst und liefern höchste Qualitäten. Auch das wird von unserem Großhändler garantiert.
Ein weiterer Pluspunkt: In China besteht ein striktes Einfuhrverbot für jegliches gentechnisch veränderte Saatgut. Eine Kontamination mit GV-Soja ist damit ausgeschlossen.

Es gibt für uns also viele gute Gründe, an Sojabohnen aus diesen Kooperativen festzuhalten. Nicht zuletzt unterstützen wir damit chinesische Bauern mit ihren Familien und setzen ein Zeichen für eine kleinteilige ökologische Landwirtschaft in China.

P.S.: Dennoch finden wir die Bemühungen um den europäischen Sojaanbau unterstützenswert. Neuzüchtungen können sicherlich in Zukunft einen Teil der Standortnachteile abfangen. Wir halten die Augen offen.

Sojafeld in Nordostchina im Juni 2017 (copyright: Naturkost Weber)

Sojafeld in Nordostchina im Juni 2017 (copyright: Naturkost Weber)

Die erntereife Sojabohne (copyright: Naturkost Weber)

Die erntereife Sojabohne (copyright: Naturkost Weber)

Feldbegehung kurz vor der Ernte im September 2017 (copyright: Naturkost Weber)

Feldbegehung kurz vor der Ernte im September 2017 (copyright: Naturkost Weber)